Albin Egger-Lienz

Stribach 1868 – 1926 St. Justina

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Geboren wurde Albin Egger-Lienz als uneheliches Kind der Maria Trojer und des Kirchenmalers Georg Egger, sein Name war zunächst Ingenuin Albuin Trojer. Erst 1877 erhielt er die Bewilligung, den Familiennamen Egger zu führen. Nach dem Besuch der Volksschule 1875 bis 1882 in Lienz studierte er auf Vermittlung des Vaters und des mit ihm befreundeten Malers Hugo Engl von 1884 bis 1893 Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München bei Karl Raupp, Gabriel von Hackl und Wilhelm von Lindenschmit d.J. Während des Studiums erhielt er die Kleine Silberne Medaille der Akademie für das Bild Hl. Familie und die Große Silberne Medaille der Akademie für Karfreitag. Für 1891 ist erstmals die Verwendung des Namens Egger-Lienz nachweisbar. Nach dem Abschluss des Studiums lebte er als freier Maler abwechselnd in München und Osttirol. 1894 erhielt er in Wien für Karfreitag die Kleine Goldene Staatsmedaille.

1899 heiratete Egger-Lienz Laura Helena Dorothea von Egger-Möllwald (* 11. Juni 1877 in Wien; † 22. Oktober 1967 in Wien) und ließ sich in Wien nieder. Hier wurde er 1900 Mitglied der Genossenschaft bildender Künstler Wiens und Gründungsmitglied des Hagenbundes. Bei der Pariser Weltausstellung erhielt er für das Gemälde Feldsegen die Bronzemedaille. 1902 erhielt er für „Nach dem Friedensschluss“ den Kaiserpreis, das Gemälde wurde vom Staat angekauft. 1909 wurde er Mitglied der Wiener Secession. 1910 wurde er vom Professorenkollegium der Wiener Akademie der bildenden Künste als Professor vorgeschlagen. Die Berufung wurde jedoch vom Thronfolger Franz Ferdinand verhindert. Gründe dafür sind in der Zugehörigkeit Eggers zu der von Franz Ferdinand abgelehnten Secession zu suchen wie auch in der Tatsache, dass Egger das Gemälde Der Totentanz Anno Neun im Rahmen der Ausstellung zum 60. Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs ausgestellt hatte, ein Bild, das nicht patriotisch war und angesichts des fortgeschrittenen Alters des Jubilars nicht als pietätvoll angesehen werden konnte.

Im Jahr darauf ließ sich Egger-Lienz in Hall in Tirol nieder, wo er mit den Künstlern des Brennerkreises verkehrte. 1912 ging er als Lehrer an die Großherzogliche Hochschule für bildende Kunst nach Weimar, wo er nur bis 1913 blieb. Nach einem Sommeraufenthalt an der Katwijk aan Zee in Holland, wo er Meeres- und Dünenbilder malte, ließ er sich in St. Justina bei Bozen nieder. In Klausen betrieben einige seiner Schüler eine Kunstschule unter seiner Leitung. 1914 erschien eine Monografie über ihn von Carl Weigelt.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs war Egger-Lienz bereits etablierter Künstler. Ende April 1915 – noch vor der Kriegserklärung Italiens an Österreich-Ungarn – meldete sich Egger-Lienz zu den Tiroler Standschützen, einer Truppe, der vor allem Jahrgänge angehörten, die zunächst nicht der allgemeinen Einberufung unterlagen. Am 19. Mai 1915 wurden die Standschützen einberufen und am folgenden Tag in Bozen vereidigt. Jene Standschützeneinheit, in der Egger-Lienz diente, rückte als Besatzung in die Bergfestung Tombio ein. Der Maler wurde zur Schanzarbeit und zum Tarnen von Kasematten eingesetzt. Ein einsichtiger Festungsarzt, Dr. Friedrich Pfahl aus Innsbruck, konstatierte „Herzbeschwerden beim Aufwärtsgehen“ und ermöglichte so dem zu diesem Zeitpunkt bereits 47-jährigen Egger-Lienz die Heimkehr. Egger-Lienz berichtete nach seiner Heimkehr: „Ich war mit den Standschützen 14 Tage bereits in der Feuerlinie in der vordersten Front auf einer Festung bei Riva, mitten im Kanonendonner, von unserem Fort wurde auch geschossen. Die Besatzung, der auch ich angehörte, hat jedoch nicht einzugreifen gebraucht. Es war aber alles in Bereitschaft. Unsere Grenzen sind derart befestigt, dass die Walschen niemals herein können, ohne immer blutig zurück zu müssen“.

Egger-Lienz wurde in weiterer Folge als künstlerischer Beirat zum Kriegsfürsorgeamt nach Bozen abkommandiert. Seine im Feld gemachten Skizzen und auch kleine Ölbilder stellte er für die Reproduktion zugunsten des Roten Kreuzes, des Kriegsfürsorgeamtes und anderer Hilfsorganisationen zur Verfügung. Von Mitte Jänner bis Mitte Februar 1916 arbeitete er als Kriegsmaler in Folgaria, bis Mai 1916 in Trient. Er besichtigte dabei hochgelegene Gebirgsstellungen und malte mehrere Bilder von der Front, die er auch dem k.u.k. Kriegspressequartier (KPQ) für Ausstellungen zur Verfügung stellte. Ebenso entwarf er Kriegspostkarten sowie Illustrationen für die Tiroler Soldatenzeitung. Das KPQ erteilte ihm die Erlaubnis, „an der Front malen zu dürfen“, wodurch er jedoch nicht in den Stand des KPQ aufgenommen wurde und somit auch nicht als offizieller Kriegsmaler an die Abgabebestimmungen des KPQ gebunden war. Ab Mai 1916 beschäftigte Egger-Lienz der Krieg nur noch in freien, im Atelier gemalten Kompositionen. In dieser Zeit entstand das monumentale Gemälde Den Namenlosen 1914. Egger-Lienz bekannte sich in späteren Jahren zu den Namenlosen als einer seiner stärksten Schöpfungen: „Ich habe in keinem einzigen meiner Bilder je so viel reine Formengröße oder Formensprache erreicht als in der ‚Familie‘ und den ‚Namenlosen‘; die Köpfe des Ersteren sowie die Leiber des Letzteren zeugen davon“.

Nach Kriegsende wurde ihm 1919 die Professur an der Wiener Akademie angeboten, die er jedoch nicht annimmt, ebenso wie ein neuerliches Angebot 1925. 1923 bis 1925 beschäftigte ihn die Ausgestaltung der von Clemens Holzmeister entworfenen Kriegergedächtniskapelle in Lienz, in deren Zuge auch das Gemälde Christi Auferstehung entstand. Nach Protesten gegen die Ausgestaltung der Kapelle unter anderen des Dekans verfügte das Heilige Offizium in Rom ein Gottesdienstverbot für die Kapelle. Erst 1950 wurde sie wieder öffentlich zugänglich.

In seinen letzten Lebensjahren wurde Egger-Lienz zum Ehrendoktor der Universität Innsbruck und zum Ehrenbürger von Lienz ernannt. Josef Soyka und Giorgio Nicodemi veröffentlichten Monografien über ihn. Egger-Lienz starb am 4. November 1926 im Grünwaldhof in St. Justina.