Friedrich Salathé

1793 – 1858

Bäume am Flußufer

Öl auf Papier auf Karton, 36 x 24cm

Landschaftszeichner und -Maler, Radierer, Schüler von Peter Birmann.
1815-1821 in Rom, ab 1823 in Paris tätig

Lexikonartikel

Als Sohn eines Landwirts in der Nähe von Basel war Friedrich Salathé ab etwa 1807/1810 Schüler von Peter Birmann. 1814 unternahm er zusammen mit seinen Freunden Samuel Birmann und Jakob Christoph Bischoff eine Zeichenreise in die Innerschweiz, nach Graubünden und an die oberitalienischen Seen. Im Sommer 1815 brachen die drei gemeinsam nach Rom auf. Wie alle Zeichner aus dem Norden, arbeitete Salathé im Winter in Rom und im Sommer in den Bergen der Umgebung. Im Frühjahr 1817 reiste er mit Jakob Christoph Bischoff nach Neapel, wo sie Samuel Birmann trafen. Nach der Abreise der Basler Freunde im November 1817 blieb Salathé in Rom, zeichnete im Sommer 1818 mit Samuel Amsler und Johann Christian Reinhart in Ariccia und Terni. 1819 beteiligte er sich an der Ausstellung der deutschen Künstler im Palazzo Caffarelli; im Juni war er mit Johann Anton Ramboux und Franz Horny bei Carl Friedrich von Rumohr in Olevano, wo er am 18. Juni bei einem Raubüberfall verschleppt wurde. Am 24. Juni feierten die deutschen Künstler seine Befreiung, und bereits im August erschien die erste gedruckte Fassung der später mehrfach literarisch verwerteten Entführungsgeschichte (Heinrich Zschokke, Washington Irving).

Salathé selbst arbeitete darauf beim Kunstverleger C. T. Müller in Neapel, wo er sich mit Hieronymus Hess, Jakob Christoph Miville und Johann Martin von Rohden befreundete. 1820-21 wieder in Rom, verkehrte er im Kreis um Joseph Anton Koch, Johann Christian Reinhart, Carl Vogel von Vogelstein, Johann David Passavant und andern. Ende 1821 zog er – nach einem Aufenthalt in Uri – wieder nach Binningen zurück. Ab Januar 1823 in Paris, war Salathé als Aquatintaradierer für den Verleger Jean Frédéric Osterwald tätig (Voyage pittoresque en Sicile, Choix de Vues dessinées dans la Vallée de Chamouni, Excursions sur les côtes et dans les ports de Normandie). 1829 heiratete er die aus Erlach stammende Malerin Friederike Neuhaus. Abgesehen von Reisen in die Schweiz (1834, 1836 und 1848, als er an der Schweizerischen Kunstausstellung in Bern teilnahm) und nach Wörlitz und Dessau (1845), blieb Salathé bis zum Lebensende in Paris, zur Hauptsache als Radierer für Kunstverleger in Frankreich, Deutschland, Italien und der Schweiz tätig. 1841 stellte er zwei seiner Aquatinten am Pariser Salon aus. Zu den Ansichtsfolgen und Einzelblättern von seiner Hand zählt auch sein Beitrag zu den 1842 in Paris erschienenen Excursions Daguerriennes.

Trotz dieser druckgrafischen Brotarbeit hat Salathé bis in seine späten Jahre in Paris gezeichnet und gemalt. Seine in der Schule Peter Birmanns und parallel zum gleichaltrigen Mitschüler Samuel Birmann entwickelte Landschaftskunst mit ihren grossen Baumgruppen in Feder, Lavis oder Aquarell kennzeichnet ihn früh als Vertreter der Romantik. Die sechs Italienjahre, die ihn in Kontakt mit den deutschen Zeichnern in Rom und Neapel brachten, verliehen seinem Strich ein fortschreitendes Freier- und Grosszügigerwerden; das Aquarell trat gegenüber dem bräunlichen, souverän verwendeten Lavis (das manchmal ohne Federstruktur auskommt) zurück. Architekturen, Stadtansichten und Figuren bereichern seine Landschaften. In Italien fand auch seine Malerei zu einer freieren Pinselsprache. Einen Höhepunkt der Entwicklung brachten die bewegten Blätter, die 1821–22 in Uri und in der Umgebung von Basel entstanden sind. Die Pariser Zeit schliesslich weist Salathé als einen bis zuletzt wandlungsfähigen Künstler aus: Seine Malerei spiegelt Einflüsse der französischen Pleinairisten; seine Zeichnung antwortet mit ihren feinteilig sich verschliessenden Vegetationsvorhängen auf die Detailschärfe des neuen Mediums Fotografie.

Werke: Öffentliche Kunstsammlung Basel, Kupferstichkabinett; Kunsthalle Bremen; Dijon, Musée des beaux-arts; Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck; Staatsgalerie Stuttgart; Washington, National Gallery of Art.