Apostel Matthäus

um 1500

Apostel Matthäus

Werkstatt des Meisters von Kefermarkt

Oberösterreich

Um 1500

Lindenholz geschnitzt, Höhe 65 cm
Originale, polychrome Fassung

Patron der Buchhalter, Geldwechsler, Finanz- und Bankleute sowie der Zöllner, Stadtpatron von Salerno und Patron des Bistums Salerno. 
Angerufen wird er in Fällen von Trunksucht.

Hl. Matthäus, um 1500, aus der Werkstatt des Meisters von Kefermarkt!

Der Zufall hat uns den glücklichen Umstand beschert sieben Skulpturen, Apostel darstellend, aus einem Altargespränge oder einer Predella zu erwerben. Allesamt seit ihrer Entstehung zusammen gehörend haben sie fünf Jahrhunderte fast unbeschadet überstanden. Eine glückliche Fügung die jeden Liebhaber und Sammler erfreut, stammen die Werke doch aus der Werkstatt des Meisters von Kefermarkt. Ein kunsthistorisch hochinteressanter und äusserst seltener Umstand. Gerne können sie die weiteren Apostel auf unserer Webseite betrachten.

Hl. Matthäus
um 1500
Höhe 65 cm

originale polychrome Fassung

„Geschenk Gottes“ heißt der Name Matthäus genauso wie in seiner hebräischen Form Matitjahu.

Der Apostel Matthäus war Zöllner mit dem Namen Levi. In allen Erzählungen geht es um einen Mann, der am Zoll sitzt und den Jesus auffordert, ihm nachzufolgen. Entscheidend ist dass, als Jesus ihn rief, Matthäus/Levi sofort alles aufgab, um mit Jesus zu gehen.Der Beruf des Zöllners setzte zwar eine gewisse Bildung voraus, zugleich waren die Steuereintreiber aber vom religiösen Leben in der damaligen Zeit weitgehend ausgeschlossen. So durften sie die Synagoge nicht betreten und auch im Tempel nicht opfern oder anbeten, sondern wurden nur in den Vorhof der Heiden zugelassen.

Neben der Geschichte seiner Berufung wird Matthäus nur noch in der Aufzählung der zwölf Apostel erwähnt. Das Lukasevangelium berichtet von einem Festmahl mit vielen Gästen, das er anlässlich seiner Berufung ausgerichtet hat.

Seinen Namen trägt auch das erste Evangelium. Der Verfasser des Evangeliums nach Matthäus war wohl Jude; schrieb für Judenchristen – vermutlich waren ursprünglich aramäisch oder auch hebräisch verfasste Texte Vorlagen für den später griechischen Text – das gesamte Werk nimmt die Autorität des Zöllners und Apostels Matthäus in Anspruch und beruft sich auf ihn.

Nach legendarischen Berichten hat er um das Jahr 42 Palästina verlassen und den Glauben in Parthien, Persien und Äthiopien verkündet. Dort soll er den Martertod durch Verbrennen oder Steinigen erlitten haben. Seine Reliquien sollen von Äthiopien zuerst nach Paestum, dann im 10. Jh. nach Salerno gebracht worden sein, wo sie seit 1084 im Dom ruhen.

Er ist Patron der Bank-, Finanz-, Steuer-, Zollbeamten, Wechsler, Buchhalter; gegen Trunksucht.

Dargestellt als Apostel mit Buchrolle, mit einem Engel oder Menschen als Evangelistensymbol, Schwert oder Geldbeutel.

Bauernregeln:
Matthäuswetter hell und klar / bringt guten Wein im nächsten Jahr.
Ist Matthäus hell und klar, / gute Zeiten bringt’s fürwahr.
Tritt Matthäus ein / soll die Aussaat fertig sein.
Wie es Matthäus treibt, / es vier Wochen bleibt.
Tritt Matthäus stürmisch ein, / wird’s bis Ostern Winter sein.
Wenn Matthäus weint statt lacht / er aus dem Wein oft Essig macht.
Wenn Matthäus freundlich schaut, / man auf gutes Wetter baut.

Für „Matthäus“ sind auch folgende Namen gebräuchlich:
Matthias, Hias, Mat, Mathieu, Mattes, Matthew, Matthieu, Matz, Thiess, Tigges.